Ein fliegendes Boot klingt nach Science-Fiction. Mit einem Solarbudget von wenigen Quadratmetern Modulen ist es aber eine Notwendigkeit. Wasser erzeugt enormen Widerstand, also hebt das TU Delft Solar Boat Team den Rumpf auf Tragflügeln aus dem Wasser – Unterwasserflügeln, die wie ein Flugzeugflügel funktionieren.
Das Team führte Tragflügel 2010 ein und hat sie seitdem zu elektronisch gesteuerten Foils weiterentwickelt, die sich ständig für Stabilität, Wendigkeit und Effizienz anpassen. Die Boote werden von Studierenden entworfen, gebaut und gefahren.
Das Boot von 2014 wurde vom niederländischen Astronauten André Kuipers getauft (im Bild). In jenem Jahr stellten sich 40 Teams der 240 km langen Dutch Solar Challenge. Delft lag bis zum letzten Tag auf Platz zwei, als eine Windböe das Boot nur 1.000 m vor dem Ziel kentern ließ. Am Ende wurde es Platz vier – doch das neue Tragflügelkonzept gewann den Design Award.
Das Team kam stärker zurück. 2015 trat es erstmals bei der Monaco Solar Boat Challenge an und gewann das Offshore-Rennen. Spätere Teams bereiteten sich auf noch größere Herausforderungen vor, etwa die Überquerung des Ärmelkanals.
Technische Daten
| Erbauer | TU Delft Solar Boat Team (Studierende), Technische Universität Delft |
|---|---|
| Konzept | Solarelektrisches Rennboot auf elektronisch gesteuerten Tragflügeln |
| Tragflügel | Seit 2010 |
| 2014 | Getauft von Astronaut André Kuipers; Dutch Solar Challenge (240 km): Platz 4 + Design Award |
| 2015 | Monaco Solar Boat Challenge: Sieger des Offshore-Rennens |
Foto (Taufe, 2014): Gbvm2 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Quellen: A3 / automate.org · Plugboats