Lange bevor Solarfähren Schlagzeilen machten, fuhren sie auf einigen Schweizer Seen schon ganz selbstverständlich. Einer der Pioniere war Mark Wüst, Gründer der Bootswerft MW-Line in Yvonand am Neuenburgersee.
Mitte der 1990er-Jahre brachte MW-Line die Solifleur und ihr Schwesterschiff Chlorophylle zu Wasser: zwei 8,5 Meter lange Solarboote für 12 Fahrgäste im regulären öffentlichen Betrieb in Yverdon-les-Bains. Ein einfaches Solardach spendete Schatten und lud die Akkus. Ein cleveres Detail: Lagen die Boote am Steg und waren die Akkus voll, floss der überschüssige Solarstrom ins Stromnetz der Stadt – die Boote waren also kleine Kraftwerke auf dem Wasser.
Die Solifleur zeigte, dass kleine, langsame Linienverbindungen perfekt zur Solarenergie passen. Wüst baute danach über 30 Solarboote für den öffentlichen Verkehr, Privatleute und Experimente – darunter den Solarkatamaran sun21, der 2006–2007 mit Solarenergie den Atlantik überquerte.
Technische Daten
| Erbauer | Mark Wüst, MW-Line SA, Yvonand (CH) |
|---|---|
| In Betrieb | Mitte der 1990er, Yverdon-les-Bains / Neuenburgersee |
| Länge | 8.5 m |
| Fahrgäste | 12 |
| Solar | Solardach lädt die Akkus; Überschuss am Steg ins Stadtnetz eingespeist |
| Schwesterschiff | Chlorophylle |
Foto: Theo Schmidt / Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0
Quellen: Inland Waterways International · Transatlantic21: Lebenslauf Mark Wüst