Schau dir die Projekte auf Solar-Mobility an, und ein Akkutyp taucht immer wieder auf: LiFePO4, also Lithium-Eisenphosphat (LFP). Vom 72-V-Akku im Solarcamper bis zu netzunabhängigen E-Bike-Projekten ist er zur Lieblingschemie der Solarbastler geworden. Hier erfährst du, warum, und worauf du achten solltest.
Die Vorteile
- Lange Lebensdauer. Hochwertige LFP-Zellen sind meist für 2.000 bis über 5.000 Zyklen ausgelegt, ein Mehrfaches typischer NMC-Zellen in E-Bikes.
- Thermische Stabilität. Die Eisenphosphat-Kathode neigt viel weniger zum thermischen Durchgehen als nickelbasierte Chemien, ein großes Plus für Akkus, die in der Sonne stehen.
- Kein Kobalt, kein Nickel und Preise, die weiter fallen: BloombergNEF bezifferte den durchschnittlichen LFP-Akkupack 2025 auf 81 $/kWh.
- Solarfreundlich. LFP verträgt problemlos das unregelmäßige Laden durch Wolken und wechselnde Sonnenwinkel.
Die Nachteile
- Gewicht. LFP speichert weniger Energie pro Kilogramm als NMC, ein Akku gleicher Kapazität ist also schwerer. Das spielt bei einem leichten Rad eine Rolle, bei einem Anhänger oder Camper kaum.
- Kein Laden unter 0 °C. LFP-Zellen unter dem Gefrierpunkt zu laden, kann sie dauerhaft schädigen. Nutze ein BMS mit Tieftemperaturschutz oder halte den Akku im Winter warm.
- Eine sehr flache Spannungskurve. Sie macht es unzuverlässig, den Ladezustand allein an der Spannung abzulesen. Ein Batteriemonitor mit Shunt hilft.
Spannungen auf einen Blick
Eine LFP-Zelle hat eine Nennspannung von 3,2 V und ist bei etwa 3,65 V voll geladen. Daraus ergeben sich diese gängigen Konfigurationen:
- 4S – 12,8 V nominal (Camper und „12-V“-Systeme)
- 8S – 25,6 V nominal („24-V“-Systeme)
- 13S – 41,6 V nominal, passt gut zu vielen „36-V“-E-Bike-Controllern
- 16S – 51,2 V nominal, der übliche „48-V“-LFP-Akku
Stell deinen Solarladeregler immer auf ein LFP-Ladeprofil mit der richtigen Absorptionsspannung ein. Nutze nie ein Blei-Säure-Profil und kombiniere den Akku immer mit einem BMS, das die Zellen balanciert.
Unsere Einschätzung
Wenn Gewicht nicht deine oberste Priorität ist (Lastenräder, Trikes, Anhänger, Camper), ist LiFePO4 kaum zu schlagen. Bei ultraleichten Reiserädern hat NMC weiter die Nase vorn, zumindest bis Natrium-Ionen- und Festkörperzellen ausgereift sind.
Quellen: BloombergNEF · Tritek · Letrigo
Foto (LiFePO4-Zellen, zu einer großen Batteriebank verschaltet): Yo-Co-Man / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0



